Das Insektensterben geht uns alle an

Der Rückgang von Insekten, besonders der bestäubenden Arten, ist unbestritten, auch wenn die Ursachen noch nicht ausreichend erforscht sind. Ebenso bestehen kaum Zweifel, dass die moderne und intensive Landwirtschaft mit ihren Monokulturen an diesem Prozess beteiligt ist. 

Der Landschaftsgärtner Tim Stegemann kommt aus der Landwirtschaft und befindet sich zurzeit in der Meisterschulung. Dabei befasst er sich auch mit dem Thema: Bienenfreundliche Gärten auf Kleinstflächen. Was tun gegen das Insektensterben? In einem Vortrag vor dem Vorstand der CDU Steinfurt machte er klar, dass nicht nur die Landwirte, sondern alle Bürger etwas für die bestäubenden Insekten tun können. Der starke Rückgang von blühenden Vorgärten trägt eben auch zum Nahrungsmangel der bestäubenden Insekten bei. Weiße Flusskiesel, geschliffener Granit, grauer Betonstein, umzäunt mit einem Metallzaun – so sehen immer mehr Vorgärten aus. Was viele Hausbesitzer chic und praktisch finden, entpuppt sich aber zusehends als Problem – für die Artenvielfalt und das Stadtklima. Bereits in der vorherigen Haushaltsberatung hat der Fraktionsvorsitzende Norbert Kerkhoff die Thematik aufgenommen. Er forderte, städtische Grünflächen so zu gestalten, dass Bienen und Insekten mehr Lebensraum und Nahrung finden, zugleich soll auf diese Weise der finanzielle Aufwand der Pflege von Grünflächen reduziert werden.

Der Klimaschutzbeauftragte der Stadt Steinfurt, Lorenz Blume, hat daraufhin das Thema bereits aufgenommen und entwickelt Ideen. Er kann sich dabei der Unterstützung der CDU sicher sein. Ob allerdings ein striktes Verbot solcher versiegelten Gärten das richtige Mittel ist, muss wohl eher bezweifelt werden. „Als Privatperson kann man freiwillig mit der Anlage eines blütenreichen, bienenfreundlichen Gartens oder auf der Terrasse und dem Balkon zur Verbesserung des Kleinklimas und der Artenvielfalt schon in diesem Jahr beitragen“, so der Vorsitzende Günter Marquard. 


Der Vorstand der CDU zeigte sich jedenfalls beeindruckt und so mancher wird sein Augenmerk künftig wieder auf Lavendel und Flieder richten, statt auf Kies, Beton oder Steine.