Perspektiven für Steinfurt

Ca. 70 Mitglieder waren der Einladung des Vorsitzenden Günter Marquard in die Schlossmühle gefolgt. In seinem Tätigkeitsbericht lobte der Vorsitzende die gute Zusammenarbeit zwischen Partei und Fraktion und kündigte eine intensive Vorbereitung auf die Kommunalwahl 2020 an. Die CDU legt dabei den Schwerpunkt auf die Themen Mobilität, Digitalisierung, Bildung, Sport, Sicherheit und Stadtentwicklung. Marquard gab bekannt, dass die CDU eine eigene Kandidatin oder Kandidaten in das Rennen um das Bürgermeisteramt im nächsten Jahr schicken würde. „In der CDU hat allein die Mitgliederversammlung zu entscheiden, ich werde Ihnen dazu im I. Quartal 2020 einen überzeugenden Vorschlag machen“, so der Vorsitzende.

Norbert Kerkhoff bei seiner programmatischen Rede

Anschließend sprach der Fraktionsvorsitzende Norbert Kerkhoff über „Perspektiven für unsere Stadt“. In einer 40 minütigen frei vorgetragenen Rede ging Kerkhoff nahezu auf alle Gebiete ein, die Politik,  Verwaltung und Medien in den letzten Jahren und Monaten bewegten und trug einen bunten Strauß von Ideen für die Zukunft vor. Digitalisierung in Schulen und Verwaltung, eine Verbesserung der Kommunikation zwischen Verwaltung, Schulleitung und Eltern und ein Entwicklungsplan für die Sportstätten würden gebraucht. Der Bürgermeisterin hielt er eine zögerliche Haltung bei der für die Fachhochschule so wichtigen K76n vor und forderte sie auf, ihren Widerstand gegen die Entwicklung des Weberquartiers durch die Stadt noch einmal zu überdenken. „Wir müssen das Heft des Handelns selbst in die Hand nehmen“, so Kerkhoff. Die Stimmenthaltung der Bürgermeisterin beim Thema Steinfurter  Campingplatz habe nicht nur bei der CDU Unverständnis ausgelöst. „Das habe ich noch nicht erlebt, dass ein Bürgermeister seiner eigenen Vorlage nicht zustimmen kann. Führen und Gestalten, geht nicht durch Stimmenthaltung“, kritisierte der Fraktionsvorsitzende.  Für die nächste Wahlperiode von 2020 bis 2025 forderte Kerkhoff mehr Tatkraft , Überzeugung und Mut. „Nicht nur über Probleme reden, sondern Lösungen finden“.

Werner Jostmeier

Hauptredner des Abends war der Honorarkonsul von Bulgarien und ehemalige Landtagsabgeordnete Werner Jostmeier zum „Friedensprojekt Europa“. Seit der Zeit Karl des Großen sei Europa ein Traum vieler gewesen. Es habe viele Jahrhunderte gebraucht, um diesen Traum Wirklichkeit werden zu lassen. Mit Blick auf seine eigenen Vorfahren zeigte Jostmeier auf, dass man sich in den letzten Jahrhunderten entweder im Krieg befand oder sich auf den nächsten vorbereitete. Seit 1945 sei diese Schreckensserie in den Mitgliedsländern der EU endlich unterbrochen..

Voraussetzung für diese lange Zeit des Friedens, sei die gegenseitige Anerkennung der Unverletzlichkeit der Grenzen innerhalb Europas und die Überwindung des Eisernen Vorhangs vor 30 Jahren. „Der freie Verkehr von Menschen, Waren, Dienstleistungen und Kapital sind eine der großen Stärken Europas. Das brachte allen Beteiligten wirtschaftlichen Erfolg“, so Jostmeier. Das friedliche Zusammenwirken von so vielen souveränen Staaten sei ohne Vorbild in der Geschichte der Menschheit. Das Geheimnis des Erfolges der Europäischen Union läge auch im Verzicht auf das Recht des Stärkeren und die Anerkennung strittiger Grenzen, der Minderheitenschutz und die Entwicklung gemeinsamer Werte. Jostmeier forderte die gemeinsame Lösung globaler Aufgaben durch die EU. Der Redner stellte fest, dass zurzeit ca. 62 Millionen Menschen auf der Flucht vor wirtschaftlichen Problemen, Naturkatastrophen, Bürger- Banden- und Drogenkriegen seien. Der Hauptanteil der Fluchtbewegung sei verursacht durch islamistischen Terror. Eine ganze Reihe solcher Organisationen trieben in und außerhalb Europas ihr Unwesen. Zur weiteren Friedenssicherung forderte er die Gründung einer europäischen Armee. Der Honorarkonsul Bulgariens beendete seinen sehr engagierten Vortrag mit einem Zitat von Konrad Adenauer: „Die Einheit Europas war ein Traum von wenigen, sie wurde eine Hoffnung für viele. Heute ist sie eine Notwendigkeit für uns alle“.

Unsere Jubilare

Am Schluss ehrte die Landtagsabgeordnete und Kreisvorsitzende Christina Schulze Föcking noch 9 Jubilare, die 25, 40, 50 oder 60 Jahre Mitglieder sind und bedankte sich für die Treue zur CDU.