Grüner Strom und gesunde Lebensmittel

„Mais, immer noch ein Reizwort für viele Steinfurter“,  begrüßte Hans Heiner Brand die Teilnehmer der CDU-Sommertour, zeigte auf die Behälter der Biogasanlage und stellte klar: „Der Großteil der Pflanzen hier in Steinfurt verschwindet nicht in der Biogasanlage, sondern wird als Viehfutter genutzt.“ Auf die Frage, wie er mit seiner Familie das Überleben seines Hofes sichern konnte, sprach Brand über Vergangenes, besonders aber über die kreativen Initiativen.

Wie können wir als Familie unseren Hof zukunftssicher aufstellen, überlegte Landwirt Hans Heiner Brand bereits im Jahr 2010. Seine Ehefrau Sabine bietet bereits seit 2001 integratives und therapeutisches Reiten für Kinder und Erwachsene auf dem Hof Brand an. Die Idee, in eine Gemeinschafts-Biogasanlage zu investieren, wurde in die Tat umgesetzt: Drei Betriebe, Brand, Lefert und Köster, beteiligen sich mit insgesamt 120 ha Ackerfläche an dem Gemeinschaftsprojekt.

Hans Heiner Brand, Dirk Lefert, Geschäftsführer der „BLK Bioenergie GmbH & Co. KG“, steuern damit erfolgreich dem Steinfurter Ziel bei, bis zum Jahr 2050 energieautark zu werden.

In dieser Anlage werden Mais, Ganzpflanzensilage und Zuckerrüben bei etwa 40 Grad vermengt und fermentiert, bis sich Methangas bildet. Das Gas dient dem Antrieb dreier Motoren mit angeflanschten Stromgeneratoren. „Über 4 Million Kilowattstunden elektrischer Energie für ca. 1000 Haushalte in Steinfurt, und das fast CO2 neutral“, freuen sich die Initiatoren.

Nach Aufgabe der Schweine- und Rinderzucht gründete Brand ein weiteres Standbein für die Zukunft. Die Firma „Brand Umwelt- und Agrarservice“ brachte eine ganz neue Idee hervor: Mittels eines Graders, auch Straßenhobel genannt, will er die Instandsetzung von Wirtschaftswegen vorantreiben. „Ein Kilometer Weg in wenigen Stunden fertig, ohne fremdes Material einzukaufen!“

Ein Steilpass für die CDU-Radler, die begriffen haben, dass vielfältige Ideen die Zukunft der bäuerlichen Betriebe sichern können, sofern man sie ideell und finanziell unterstützt.

„Die Tür geht auf und das Lebensmittel-Paradies öffnet sich“, begrüßte anschließend Christoph Uhlenbrock, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsvereins Borghorst, die Besucher und ergänzte, „wir leben in einer Generation, in der die Menschen in einen Laden gehen und wie selbstverständlich alles haben können – und das zu Preisen, wie vor 30 Jahren!“

Schweinemast, Ackerbau und Erdbeerkulturen halten Landwirt Uhlenbrock samt Familie das ganze Jahr auf Trapp, da sie, wie die meisten Landwirte, gute Produkte bieten wollen. Einige Sommertour-Teilnehmer denken spontan an die aromatischen Erdbeeren, eingebettet in frisch ausgelegten Strohbahnen, die bewusst machen, wie viel Wert auf saubere Früchte gelegt wird. Uhlenbrock hört den Begriff „Agrarindustrie“ nicht gern. „Die Schöpfung und der verantwortungsvolle Umgang mit ihr ist Triebfeder unseres Handelns“, so sein Credo. „Familienbetriebe eben, die für eine nachhaltige Fruchtfolge auf unseren Feldern sorgt und für gesunde Lebensmittel kämpft!“

Beide Landwirte verabschieden die Radler mit einer wachrüttelnden Feststellung: „Die Bevölkerung ist so weit weg von der Produktion notwendiger Grundnahrungsmittel wie noch nie!“