Wirtschaftsforum und interaktives City-Management

Der Gedanke ist nicht neu, soll aber nach der Vorstellung einer Initiative neu belebt werden: Die Gründung eines „Wirtschaftsforums Steinfurt“. Uli Ahlke, stellv. SMarT-Vorsitzender, stellte der CDU-Fraktion nochmals das Wirtschaftsforum vor. Er hatte auch gleich einige Unterstützer mitgebracht, die bereit sind, sich einzubringen. Marion Niebel von Steinfurt Tourismus und Marketing e.V. (SMarT) sowie Gudrun Sestendrup, Berthold Probst und Ideengeber und Initiator Oliver Palstring von den Werbegemeinschaften in Steinfurt.

Uli Ahlke erinnerte gleich zu Beginn an Steinfurt als eine Stadt mit viel Potential. Drei Stadtteilbahnhöfe, eine recht gute Verkehrsinfrastruktur, ein gut ausgebautes Radwegenetz, erstklassige Einkaufsmöglichkeiten, den Bagnopark mit Schloss und Konzertgalerie, das vielfältige Angebot an Schulen und Kindergärten, ein Krankenhaus vor Ort, preiswerter Wohnraum für alle Schichten und Ansprüche. Dieses Angebot müsse allerdings in der Zukunft noch optimiert werden. Aber nach seiner engagierten Schilderung goss Ahlke gleich Wasser in den Wein. Die Innenstädte beider Stadtteile ließen sehr zu wünschen übrig, der Zulauf zu den Märkten ist, besonders im Stadtteil Borghorst, verbesserungswürdig. Am Leerstand in den Innenstädten ändert sich seit Jahren lediglich, dass er sich ausbreitet, jede Initiative zum Gegensteuern ist in der Vergangenheit bereits nach kurzer Zeit wieder eingeschlafen.

Es ist deshalb nötig, alle Kräfte zu bündeln und sich diesem Problem mit neuer Kraft zu widmen. Die Werbegemeinschaften und SMarT müssen gemeinsam mit den örtlichen Unternehmen und der Wirtschaftsförderung der Stadt die Initiative ergreifen und wieder in die Offensive gehen. Ohne personelle Unterstützung wird es allerdings nicht gehen, denn allein mit ehrenamtlichen Helfern wird es nicht funktionieren, machte Marion Niebel klar.

CDU Fraktionsvorsitzender Norbert Kerkhoff berichtete der Faktion über die bisherigen CDU-Aktivitäten und der Idee, die Innenstädte mit einem Citymanager zu unterstützen. Zu den Aufgaben des Citymanagers würden unter anderem die Beratung von privaten Akteuren, Immobilieneigentümern und Gewerbetreibenden und das Geschäftsflächenmanagement gehören, zusätzlich die Abstimmung und Bündelung von Aktivitäten.

Hauptziele des City-Managements soll die Stärkung des Standortes für Einzelhandel, Gastronomie und Dienstleistungen sein. Dies dient dem Ziel, Arbeitsplätze und Kaufkraft in Steinfurt zu binden, die Steuereinnahmen der Stadt zu steigern, sowie den Leerstand von Gebäuden zu beseitigen. Hilfreich könnten sogenannte Pop-up Stores sein, denn der Einzelhandel braucht innovative und effiziente Verkaufsmodelle. Pop-up-Stores sind temporäre Ladeneinheiten, die auf überraschende und kostengünstige Weise Produkte inszenieren, um die Aufmerksamkeit der Kunden auf sich zu ziehen. Ziel ist es dabei, Maßnahmen zur Innenstadtbelebung zu koordinieren und umzusetzen, um gemeinsam eine zukunftsorientierte Entwicklung der Innenstädte zu sichern und ihre Attraktivität nachhaltig zu steigern.

Der Citymanager könnte auch einen Verfügungsfond bekommen. Dieses Instrument zielt darauf, privates Engagement und private Finanzressourcen für die Erhaltung und Entwicklung der Innenstadtbereiche zu aktivieren.

Für jeden Euro, der von privater Seite für die Verschönerung der Innenstadt ausgegeben wird, könnte die Stadt Steinfurt einen Anteil dazulegen. Das Geld des Verfügungsfonds wird aus Förderprogrammen und Eigenmittel der Stadt finanziert. Das Citymanagement übernimmt die Verwaltung des Verfügungsfonds. Es sind viele verschiedene Projekte und Maßnahmen denkbar, die so finanziert würden und von privater Seite sowie Vereinen oder Initiativen umgesetzt werden könnten, z.B. Bepflanzung und Begrünung. Um die aktuellen Herausforderungen für die Innenstädte zu meistern, ist eine aktive Förderung, wie sie auch das integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept ISEK verfolgt, notwendig. Nach den Vorstellungen der CDU sollte die Verwaltung hierfür sämtliche Fördermöglichkeiten prüfen sowie mögliche Kooperationspartner finden.